Netzwerkmarketing
Das Internet fördert die Interaktion der Teilnehmer. Dieses wesentliche Merkmal wird mit den neuen Entwicklungen des Web 2.0 nochmals betont und gilt darin sogar als eine notwendige Bedingung für den erfolgreichen Aufbau einer Präsenz.
Bei einer Interaktion der Teilnehmer bleiben immer Inhalte auf einer Web-Präsenz zurück. In der neuen Web 2.0 Terminologie heißt das: "user generated content". Wie die Bezeichnung suggeriert, wird Inhalt eben nicht redaktionell von zentraler Stelle in das Netz gespeist und gesendet. Das hieße, die speziellen Vorteile des Internet zu verkennen. Die Versendung von Informationen ist konstituierendes Merkmal der etablierten Massenmedien Buch, Zeitschriften, Radio und Fernsehen. Für das Internet ist die Versendung keine angepasste Vorgehensweise.
Das Web 2.0 ist das Mitmach-Web. Die Urheberschaft über die Inhalte wird an die Surfer zurückgegeben. Selbstverständlich gibt es im "alten Web" auch diese Konstellationen, man denke an Napster, Ebay, Linux, Ciao, Wikipedia oder Froogle. Allen Erfolgsstories ist gemeinsam, dass der Betreiber die Plattform bereit stellt und die Inhalte von den Nutzern geliefert werden. Was macht also eine Internet-Präsenz erfolgreich? Ich beantworte die Frage zunächst einmal unzutreffend, aber für die meisten Leser verständlich und nachvollziehbar.
Der Wert einer Präsenz wächst im Internet mit der Anzahl seiner Besucher. Das ist genauer betrachtet trivial, denn dieser Wert ist allein schon aus den Kosten ablesbar, die beim Kauf von Besuchern (genauer von Klicks) entstehen. Ein fortschrittlicheres Controlling im Handel macht es möglich, den Wert konkreter anhand der Umsätze zu messen, die diese Besucher verursachen.
Wenn Sie auch die Antwort zutreffend finden, ist die Idee des neuen Web 2.0 noch nicht auf Sie übergesprungen. Wir gehen einen Schritt weiter und verlassen die Welt der physischen Produkte.
Wird auf einer Präsenz nicht gehandelt, ist die Definition des Wertes etwas umständlicher, weil sie sich an dem Ertrag orientiert, der aus der Besucherfrequenz generiert werden kann. Verkauft man zum Beispiel Werbeflächen oder Newsletterplätze, Verlinkungen (Klicks) oder Vermittlungen, so realisiert sich der Wert in kleinen Cent-Portionen. Das verkaufte Produkt ist eine Dienstleistung, eine Plattform ist gleichzeitig Werbeträger. Trotzdem, je mehr Besucher sich auf der Präsenz tummeln, desto höher ist der Ertrag und damit auch der Wert der Internet-Plattform.
Die entscheidende Frage für Sie und für Ihren Erfolg ist aber: Wie und warum kommen die Besucher zu der Präsenz? Jetzt nähern wir uns der Ursache und nicht dem Symptom. Die Surfer besuchen Plattformen, weil Sie kommunizieren und interagieren wollen. Zum neuen Medium gehört die Interaktion. Der Wert einer Präsenz steigt also mit den Interaktionen der Besucher.
In der nebenstehenden Abbildung ist das illustriert. Bezeichnen wir mit TN die Anzahl der Teilnehmer. Jeder neue Surfer wird eingekauft und kostet x-Cent. Er steigert den Wert der Präsenz genau um 1 mal y-Cent, denn er tauscht sich nur mit der Zentrale aus und verschwindet wieder.
Nehmen wir Interaktion an, dann kann der neue Besucher sich ohne weiteren Aufwand (ohne variable Kosten) mit allen bereits anwesenden, registrierten oder sonst irgendwie kontaktierbaren Teilnehmern austauschen. Selbst wenn keine neuen Teilnehmer akquiriert werden, steigt der Wert der Präsenz weiter an, wenn die bekannten Besucher interagieren. Die Formel für den Wert der Internetplattform ist aus der Zeichnung ersichtlich. Das Potenzial wächst entlang einer arithmetischen Reihe zweiter Ordnung. Jetzt ist die Frage korrekt zu beantworten:
Der Wert einer Internet-Präsenz wächst mit den möglichen Verbindungen zwischen den Besuchern.
Diese Gesetzmäßigkeit wird im Ebusiness immer wieder aufs neue nachgewiesen. Jede erfolgreiche Plattform basiert auf Interaktion oder hat wenigstens ein starkes interaktives Modul integriert.
Es werden doch immer wieder die phantastischen Geschichten aus dem Internet erzählt, in denen eine Plattform exorbitant gewachsen ist. Manchmal wird sie sogar noch zu einem hohen Wert verkauft, wie in 2006 YouTube an Google, oder in den Anfängen Netscape an AOL. Das Wachstum von napster war ebenso unglaublich, wie das von Ebay oder Google.
Hinter allen dieses Erfolgsmärchen steht die Interaktion der Teilnehmer. Interaktion wird in Verbindungen gezählt. Schaffen Sie Verbindungen zwischen Ihren Besuchern - und sei es nur auf einem kleinen Teil der Präsenz. Sie werden einen deutlichen Zuwachs des Traffics auf ihrer Plattform registrieren.
Das Diagramm zeigt den Anstieg des Nutzens für den aktiven Teilnehmer. Tatsächlich laufen Ihre Werteinschätzungen im Gleichklang mit denen der Besucher. Eine Plattform mit vielen Nutzern schafft dem Betreiber einen überproportional steigenden Wert. Die Ökonomen sprechen von positiven externen Effekten. Das heißt: ein Netzwerk mit drei, vier, zehn oder hundert Teilnehmern hat nur den relativ geringen Wert der wenigen Verbindungsmöglichkeiten. Der Wert steigt aber überproportional an mit der möglichen Kommunikation zwischen 1.000, 10.000 oder 100.000 erreichbaren Teilnehmern. Diesen Netzwerkeffekt gilt es für den Marketing-Experte in die Internet-Präsenz ein- und auszubauen.
